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Berufspolitiker in Angst vor Wilhelm von Gottberg

26.04.2017 - 18:41 Uhr

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Ich gebe zu, dass ich den Namen Wilhelm von Gottberg auch erst im Zusammenhang mit der Satzungsänderung von Norbert Lammert gehört habe. Zur Erinnerung: Lammert und seine gefügigen Günstlinge der Altparteien sprachen sich für eine Satzungsänderung aus, die Wilhelm von Gottberg als ältesten Abgeordneten das Recht entzog, als Alterspräsident eine Rede an den Bundestag und an das deutsche Volk zu richten. Die fadenscheinige Erklärung dafür: Man wolle, dass ein erfahrener Parlamentarier dieses Privileg erhalte.

Und da Gottberg kein Berufspolitiker wie Schäuble ist, darf er das nun nicht mehr. Die FAZ klatscht Beifall für diesen eher unfeinen Zug, der das letzte Mal 1933 von den Nazis genutzt wurde, um eine Person am Reden zu hindern, die ihnen unlieb war. Undemokratisch bleibt undemokratisch - unabhängig davon, wer es tut. Sein Problem ist wohl, dass er ein AfD Mitglied ist, dem fälschlicherweise die Holocaustleugnung unterstellt wurde.

Die alten Parteikameraden der CDU scheinen wohl nicht den Anstand zu haben, dem altgedienten Polizisten, sechsfachen Vater und langjährigem CDU-Mitglied die Ehre zu erweisen, und doch reden zu lassen. Dabei hielt Gottberg dieser Partei eben sehr lange die Treue, wie viele gute und fähige Politiker, die im Zuge der letzten Jahre aber erkannten, in welche kritische und fatale Richtung sich unser Staat derzeit entwickelt.

Gottberg war 15 Jahre lang ehrenamtlicher Bürgermeister seiner Gemeinde, Vertreter für die Landsmannschaft Ostpreußen und bis 2012 auch beim Bund der Vertriebenen als Vizepräsident vertreten. Ein studierter und bodenständiger Mann, der jahrelang in Uniform unserem Land gedient hat. Allein mit seinen Kindern hat Gottberg bereits mehr für unser Land getan, als so manche alternde grüne oder sozialdemokratische Figur, deren Lebensinhalt aus dem Beziehen staatlicher Bezüge und dem Belehren über die Vorzüge von Masseneinwanderung besteht.

Und was hat Generalfeldmarschall Colmar Freiherr von der Goltz-Pascha damit zu tun? Mit Gottberg kehrt eine alte adlige Familie in den Bundestag zurück. Denn es handelt sich tatsächlich um einen Sohn aus dem Geschlecht von der Goltz. Eines der bekannteren Mitglieder dieser Adelsfamilie ist der oben genannte Generalfeldmarschall, der als militärischer Berater der deutschen Armee im osmanischen Heer diente.

Schauen wir mal, ob Gottberg es dem Lammert im Bundestag noch richtig heimzahlen könnte. Denn wenn schon die Satzung geändert wird, dürfte eines klar sein: Die Altparteien fürchten sich vor dem sehr wahrscheinlichen Einzug der AfD in das Parlament. Sehr zu recht. Denn Menschen wie Gottberg werden den Berufspolitikern endlich auf ihrer Steuergeld-Party ordentlich einheizen.

Young German

Der Autor schreibt auf seinem persönlichen Blog über Politik, Geschichte, Kultur, Gesellschaft und Militär.


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