Bayern startet staatliche Kampagne gegen einwanderungs­kritische Schüler

30.11.2016 - 21:08 Uhr

Deutschland. 90 Prozent. So hoch ist der Anteil der Kinder, die finden, es gebe in Bayern zu viele "Flüchtlinge". Das will der bayerische Staat nicht hinnehmen - und bläst zum Gegenangriff. Vertreter von CSU, SPD und Grünen erarbeiten nun "konkrete Maßnahmen", wie sie unerwünschte Meinungen bei Schülern beseitigen können.

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"Gibt es zu viele Flüchtlinge in Bayen? Oder zu wenige?" Diese Frage stellte die Präsidentin des Bayerischen Landtags Barbara Stamm (CSU) in einer sechsten Klasse, die sich kürzlich besuchte.

"90 Prozent dieser Kinder sagten, dass es zu viele Flüchtlinge sind - sogar Schüler mit Migrationshintergrund", sagte Stamm der Süddeutschen Zeitung. Die CSU-Politikerin ist fassungslos.

Deshalb initiierte sie mit dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) und acht Vertretern "aus Politik und Gesellschaft" das Manifest "Haltung zählt". Die 58 Erstunterzeichner sind ausschließlich Personen aus dem etablierten Politik- und Kulturbetrieb.

Mit dem Manifest will der Lehrerverband auf die zunehmende Kritik an der Einwanderungspolitik der Bundesregierung reagieren. BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann (Die Grünen) rief alle Lehrer auf, in den Klassenzimmern für "demokratische Werte" einzustehen.

In vielen Ländern gerate das Establishment unter Druck und "wir müssen nicht glauben, dass das bei uns nicht passieren kann", warnte auch Max Schmidt, der Vorsitzende des "Wertebündnis Bayern".

Bei frommen Worten soll es freilich nicht bleiben. Simone Fleischmann plant in den kommenden zwei Jahren "konkrete Maßnahmen" wie etwa Fortbildungen für Lehrer, in denen diese lernen, gegen "Fremdenfeindlichkeit" oder "Hass" vorzugehen. Stattdessen sollen alle Schüler in der eigenen Klasse zu "Toleranz" und "Verständnis" gedrillt werden.


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